Realitaeten-Bureau

Drogenpolitik-Reform in Thailand

Evaluation des thailändischen Harm Reduction Programms

Thailand plant derzeit wichtige Änderungen in seiner Drogenpolitik. So soll Drogenmissbrauch zunehmend als Gesundheitsthema behandelt werden anstatt wie bisher als kriminelle Handlung. Maßnahmen zur Ausweitung von freiwilligen und Menschenrechts-basierten Diensten für Drogengebrauchende sind zwar vorgesehen, aber der Weg von der Strategie zur Realität ist lang: Sowohl das Verständnis als auch die Unterstützung für einen umfassenden Harm Reduction Ansatz in der Drogenpolitik haben sich bei vielen der wichtigsten Stakeholder noch nicht durchgesetzt.

Seit 2015 ist die Raks Thai Foundation Principal Recipient des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Im Rahmen des Stop TB and AIDS through RRTTR (STAR) Programms ist das Harm Reduction Programm in 12 thailändischen Provinzen aktiv. Dort werden Drop-in Zentren, aufsuchende Maßnahmen, Spritzentausch, Informationen und Kondome, Vermittlung zum Testen von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie Methadonsubstitution angeboten.

Im Januar 2017 haben Patricia Kramarz und Susanne Schardt von Realitäten Bureau vor Ort eine Evaluation der Harm Reduction Angebote durchgeführt und Empfehlungen zur Verbesserung der niedrigschwelligen, aufsuchenden und gemeindebasierten Dienste für Drogengebrauchende gegeben.

Informationsreise zum Bildungssystem

Ukrainische Fachleute in Deutschland

Im Dezember hat Realitäten Bureau eine Informa-tionreise für Projektpartner aus der Ukraine mitorganisiert und begleitet. Die ukrainische Expertengruppe setzte sich aus Regierungs-vertreter/innen, Schulleiter/innen und Lehrer/innen zusammen, die mit dem GIZ-Vorhaben "HIV/Aids- Beratung und Institutionenförderung" zusammen-arbeiten. Susanne Schardt berät dieses Vorhaben bereits seit 2008.

Das GIZ Vorhaben arbeitet mit dem ukrainischen Bildungssystem zusammen, um hier interaktive Methoden der HIV Prävention zu integrieren. Aufgrund der notwendigen Reformen im Zuge der EU-Annäherung haben die ukrainischen Projektpartner darum gebeten, das Bildungssystem in Deutschland besser kennenlernen zu können. Im Rahmen der Informa-tionsreise wurden die Aufgaben der Länder im Bildungsbereich, die Koordination auf Bundesebene, die Curricula-Entwicklung sowie Lehrstandards und Schulqualität mit deutschen Expertinnen und Experten besprochen. Auch die Zusammenarbeit von staatlichen Schulen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen konnten die ukrainischen Gäste näher kennenlernen, da diese in der Ukraine bisher kaum besteht.

Kommunale Partnerschaften stärken

Susanne Schardt evaluiert den Einsatz integrierter Fachkräfte

Immer mehr deutsche Städte, Gemeinden und Landkreise engagieren sich in der Entwicklungs-zusammenarbeit. Sie machen ihre Kenntnisse zur Daseinsvorsorge in Kommunen des globalen Südens bedarfsgerecht nutzbar. Durch kommunale Partnerschaften entstehen langfristig tragfähige Beziehungsnetzwerke, in denen sich Verwaltungen, Institutionen, Hochschulen, Schulen, Krankenhäuser, kommunale Betriebe, aber auch zivilgesellschaftliche Organisationen entwicklungspolitisch engagieren. Diese Partnerschaften werden durch die deutsche "Servicestelle für Kommunen in der einen Welt" (SKEW) im Auftrag des BMZ unterstützt. Das Vorhaben "Integrierte Fachkräfte für Kommunen weltweit" der GIZ ergänzt dieses Engagement, indem es integrierte Fachkräfte in kommunale Partnerschaften vermittelt. So können Kommunen in Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit das entwicklungspolitische Engagement ihrer deutschen Partnerkommunen besser in Wert setzen. Gegenseitiges Lernen und gemeinsames Engagement im Rahmen der „New Urban Agenda“ werden intensiviert.

Susanne Schardt von Realitäten Bureau hat in zahlreichen Interviews mit den beteiligten Akteuren den Mehrwert eines Einsatzes integrierter Fachkräfte für die kommunalen Partnerschaften evaluiert und enstprechende Empfehlungen für eine wirkungsorientierte Fortführung des GIZ Vorhabens gegeben.

Opioid Substitution in Nepal

Lernerfahrungen beim Aufbau eines nationalen Programms

Die German Health Practice Collection (GHPC) auf den Webseiten des BMZ hat eine Fallstudie veröffentlicht, die Erfahrungen beim Aufbau des nationalen Substitutionsprogramms in Nepal aufbereitet. Die nepalesische Regierung hat diesen Aufbau-Prozess zusammen mit nepalesischen Nicht-Regierungsorganisationen durchgeführt und wurde durch das GZ Harm Reduction Projekt in Nepal - unter der Leitung unseres Teammitglieds Patricia Kramarz - sowie durch andere internationale Entwicklungspartner unterstützt.

Die Publikation finden Sie auf der GHPC Webseite

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Schön ist das nicht! - Aus dem Alltag der ambulanten Pflege

das aktuelle Buch von Peter Klös und Bernard Simon

Hässlichkeit, Krankheit und das Alter mit seinen dazugehörenden Krankheiten zählen zu den Tabus der modernen Gesellschaft. Alt sein, krank sein finden in unserer modernen Welt keine Lobby und keine Fürsprache. Alter, das ist verbunden mit Kosten, die die Jüngeren tragen müssen. Alter, das ist eine Belastung. Und zwar nicht nur für die, die selbst alt sind, sondern auch für jene, die sich nicht vorstellen können, irgendwann einmal alt zu sein. Die Fülle an erheiternden und traurigen Geschichten, die im pflegenden Umgang mit alten Menschen entstehen, haben die Autoren Peter Klös und Bernard Simon zur Veröffentlichung eines – natürlich nur kleinen - Teils ihrer Alltagserfahrungen motiviert.

In diesem Buch wird ein praxisnaher Einblick in die Realität mobiler Altenpflege im Deutschland des Jahres 2015 eröffnet. In Form von siebzehn Porträts wird ein vielschichtiges Bild der Situation von Gepflegten und Pflegenden gezeichnet. Eingerahmt wird dieses Bild von zusätzlichen Kapiteln, die porträtübergreifend die lebensweltlichen Aspekte der Altenpflege thematisieren. So entsteht ein Kontext, der von den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen über berufliche Perspektiven und soziale Anerkennung bis zu verwaltungstechnischen und betriebswirtschaftlichen Erfahrungen der mobilen Altenpflege reicht.

Erschienen ist das Buch in der Reihe "Lebenswelten" des Paolo Freire Verlags

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Gesundheitsdienste stärken - HIV verhindern

Backstopping in der Ukraine

Die Ausbreitung von HIV ist nach wie vor eine ernste Gefahr für die Ukraine. Das Land ist von einer der am stärksten wachsenden Epidemien in Europa betroffen und mehr als 200.000 Menschen leben mit dem HI Virus. Offizielle Statistiken gehen davon aus, dass jeden Tag 57 neue HIV-Diagnosen gestellt werden. Dabei wird vermutet, dass die Dunkelziffer wahrscheinlich wesentlich größer ist.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine haben das Gesundheitssystem geschwächt und eklatante Mängel in der Versorgung ans Licht gebracht. Der Konflikt forderte bisher über 6.800 Tote und ca. 17.000 Verwundete. Darüber hinaus bedingt die immer noch brüchige Waffenruhe eine hohe Zahl von Binnenvertriebenen. Zu den über 1,5 Millionen registrierten Binnenvertriebenen kommt eine bisher unbekannte Anzahl nicht registrierter Binnenflüchtlinge. Gerade in Zeiten von Krisen, Instablilität und Konflikten ist die Gefahr einer Ausbreitung von HIV besonders groß: Menschen gehen vermehrt Risiken ein, die Bereitschaft – und manchmal auch die Möglichkeiten – sich mit Kondomen zu schützen verringert sich, und überdies sind mobile Bevölkerungsruppen, zu denen auch die vielen Binnenflüchtlinge zählen, einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Damit steigen die Risiken für eine Ausbreitung der HIV Epidemie.

Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf eine weitere Annäherung des Landes an die Europäische Union, setzt die ukrainische Regierung auf eine Reform ihres Gesundheits- und Bildungssystems. Das Vorhaben der GIZ, das Susanne Schardt schon seit vielen jahren fachlich beraten hat, begleitet und unterstützt diesen Prozess und die Umsetzung der zweiten Welle der HIV-Präventionskampagne "Gib Aids keine Chance". Seit Januar 2016 berät Susanne Schardt intensiv das GIZ Projektteam in Kiew bei der Umsetzung dieser Unterstützungsleitungen.

Studienreisen und Informationsbesuche

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